Brauen will gelernt sein

Forschungsbrauerei Weihenstephan nutzt KEGs von SCHÄFER.

Mit neuen ECO KEGs von SCHÄFER Container Systems kann die Forschungsbrauerei auch weiterhin neue Biere und antialkoholische Getränke abfüllen, transportieren und lagern. Als Hersteller von Behältersystemen für die Getränkeindustrie freuen wir uns, den Nachwuchs der Branche mit unseren Fässern unterstützen zu können. Zur Übergabe der 30 l KEGs haben wir die Forschungsbrauerei Weihenstephan der Technischen Universität München besucht. Herr Dr.-Ing. Johannes Tippmann, Leiter der Forschungsbrauerei, hat uns einen Einblick in den Studiengangsverlauf der Brau- und Getränketechnologie verschafft und mit uns eine kleine Bierkunde gemacht.

Dr.-Ing. Johannes Tippmann (Leiter Forschungsbrauerei und Prüflaboratorium für Getränkeschankanlagen Weihenstephan), nachfolgend JT
Julia Niederer (Marketing Manager SCHÄFER Werke), nachfolgend JN

JN: Seit wann gibt es den Studiengang Brau- und Getränketechnologie?
JT: Den Studiengang gibt es seit 1865. Er umfasst die Studiengänge zum Bachelor-, Master- und den Diplombraumeister-Studiengang.

JN: Wie viele Studierende hat der Studiengang?
JT: Aktuell haben wir rund 500 Studierende.

Sensorikbereich der TU München

JN: Gibt es bestimmte Bereiche, die in der Ausbildung absolviert werden?
JT: Der Studiengang ist sehr praxisorientiert, so dass Anwendung und Theorie von Anfang an eng miteinander verknüpft sind. Unsere Studenten müssen alle vor dem Studium Praxiserfahrung in einer Brauerei gesammelt haben. Diese wird dann im Rahmen des Studiums bei uns noch vertieft. Beim Diplombraumeister ist ein Praktikum von mindestens einem Jahr oder eine Lehre vorausgesetzt, beim Bachelor sind es sechs Wochen vor und weitere sechs während des Studiums – beim Master entsprechend zwölf und sechs Wochen.

JN: Welche Perspektiven haben die Absolventen?
JT: In fast jeder großen internationalen Brauerei arbeiten heute Absolventen aus Weihenstephan, in Deutschland z.B. bei Krombacher und Veltins. Durch die Praktika öffnen sich für die meisten schon vor Studienende die Türen für den zukünftigen Arbeitsplatz. Gerade in der Zulieferindustrie sind unsere Studenten weltweit sehr stark gefragt.

JN: Gibt es bestimmte Marken oder Unternehmen, die durch das Studium entstanden sind?
JT: Ja, die gibt es. Die TU ist gerade im Bereich der Förderung sehr aktiv. So haben wir zum Beispiel einen eigenen Innovationswettbewerb, genannt IGL (Innovationswettbewerb Getränke und Lebensmittel), der jährlich stattfindet. Bei diesem Wettbewerb können die Studierenden selbstständig ein Produkt entwickeln. Über den gesamten Prozess werden sie von Partnern aus der Industrie und dem Lehrpersonal betreut, so dass das Produkt idealerweise bis zur Marktreife gebracht wird. In den letzten Jahren sind daraus einige bekannte Start-ups, wie z.B. die aus der Höhle der Löwen bekannte Babo Beverages UG, entstanden. Und wir kooperieren auch direkt mit Brauereien, nehmen von diesen Forschungsaufträge an oder führen z.B. Sensorik-Tests durch.

JN: Wie viele Liter Bier oder wie viele Sude werden im Schnitt im Jahr produziert?
JT: In der Forschungsbrauerei werden pro Jahr rund 150 Sude à 700 l Bier hergestellt. Diese entstehen durch Versuche und in Studienpraktika.

Dr.-Ing. Johannes Tippmann und Kollege Carsten Dirk Sauer

JN: Und was passiert mit dem Bier?
JT: Das Bier wird für Versuche verwendet und geht zum Teil auch in den Verkauf. Natürlich ist die Menge trotz des breiten Portfolios limitiert, was es besonders beliebt macht.

JN: Womit beschäftigt sich die Forschung aktuell?
JT: Ein großer Forschungsbereich ist für uns das alkoholfreie Bier. Deswegen arbeiten wir seit einigen Jahren mit einer thermischen Entalkoholisierungs-Anlage und haben u.a. ein alkoholfreies Stout entwickelt. In Sensorik-Tests konnten nur zwei von zwanzig Personen erkennen, dass es sich um ein alkoholfreies Bier handelt. In unserer Forschungsbrauerei entwickeln die Studierenden zudem in ihrem Praktikum kreative Mischgetränke, so z.B. ein Tonic Water mit Chili, aber auch andere Limonaden und Säfte, die es in der Form oder Kombination bisher nicht gab.

JN: Gibt es neue Trends?
JT: Craft Beer bleibt ganz klar Trend. Mischgetränke und alkoholfreie Biere werden auch noch beliebter. Außerdem unterscheiden sich die Brautrends in den einzelnen Ländern, da hier teilweise mit unterschiedlichen Rohstoffen gebraut wird. Die Grundstoffe geben dabei dem Bier die gewisse Note. Ein afrikanisches Bier kann somit für uns untypisch schmecken, wenn für den Brauprozess beispielsweise keine Gerste sondern lokal angebautes Getreide verwendet wird.

Technische Universität München
Wissenschaftszentrum Weihenstephan
für Ernährung, Landnutzung und Umwelt
Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie
Forschungsbrauerei Weihenstephan
Weihenstephaner Steig 20
85354 Freising
Dr.-Ing. Johannes Tippmann
j.tippmann@tum.de

Links:
www.tum.de
www.krombacher.de
www.veltins.de
www.baboblue.com

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